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Studie

Mikrobizide bieten Frauen wirksamen Schutz vor HIV
DSW: „Durchbruch bei der Aids-Prävention“

Hannover, 20. Juli 2010 – Erstmals belegen Studienergebnisse, dass ein Mikrobizid auf der Basis von antiretroviralen Medikamenten Frauen vor einer HIV-Infektion schützt. In der Caprisa 004-Studie, die heute bei der Welt-Aids-Konferenz in Wien vorgestellt wurde, infizierten sich dank der Anwendung des Mikrobizids 39 Prozent weniger Frauen mit HIV als in der Vergleichsgruppe, die ein Placebo erhielt.

„Dieser Durchbruch bringt den Kampf gegen Aids endlich entscheidend voran“, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), die sich seit Jahren in der Aids-Prävention engagiert. „Mikrobizide füllen eine wichtige Lücke. Denn gegenüber Kondomen bieten sie den wichtigen Vorteil, dass Frauen die Präparate unabhängig von der Zustimmung des Mannes anwenden können.“ Das sei vor allem in Afrika südlich der Sahara von zentraler Bedeutung. „Denn dort sind Frauen, die die Verwendung von Kondomen oft nicht verhandeln können, einem weitaus größeren Infektionsrisiko ausgesetzt als Männer.“ Mikrobizide werden als Cremes oder Gels von Frauen vaginal angewendet und schützen sie dann für mehrere Stunden vor einer HIV-Infektion.

Weitere Forschung erforderlich

„Die positiven Ergebnisse der Caprisa-Studie zeigen, dass nun weiter in die Forschung von Mikrobiziden investiert werden muss, um noch wirksamere Präparate zu entwickeln“, betont Renate Bähr. Produktentwicklungspartnerschaften wie die gemeinnützige International Partnership for Microbicides, mit der die DSW eng zusammenarbeitet, engagieren sich bereits seit vielen Jahren in der Erforschung und Entwicklung von Mikrobiziden. „Andere Präventionsmethoden wie Aids-Impfstoffe dürfen dabei nicht vernachlässigt werden“, so Bähr.

Bei der Caprisa 004-Studie wurde unter Federführung des „Centre for the AIDS Programme of Research in South Africa“ (CAPRISA) ein Mikrobizid auf antiretroviraler Basis mit dem Wirkstoff Tenofovir getestet. An der im Mai 2007 gestarteten Untersuchung nahmen rund 900 Frauen in Südafrika teil.